Die Archäologen sind sich dabei nicht ganz einig, ob es sich bei der Festung um ein dauerhaft bewohntes Dorf handelte oder sich die Bewohner der umliegenden Dörfer nur im Notfall dorthin zurückzogen. Archäologen bezeichnen die Gegend im Umkreis als die Gegend mit der vielleicht höchsten Dichte an unentdeckten und unerforschten "Orten von historischem Interesse" in ganz Südamerika.
Die Festung (ca. 3000m ü.NN.) wurde in den Jahren 800 und 1300 n. Chr. gebaut und konnte bis zu 3000 Menschen beherbergen. Sie ist in der Nord-Süd-Ausdehnung 580m lang und die grösste Breite in Ost-West Richtung beträgt 110 Meter. An den Stellen, an welchen es nicht sowieso schon einen sehr steilen Abhang gibt, ist sie mit einer bis zu 21 Meter hohen Mauer gesichert. Der Eintritt ist nur über einen der drei hohen, aber extrem schmalen, Eingänge möglich, durch die, aus strategischen Gründen, immer nur eine Person gehen konnte und auch heute noch kann. Der Haupteingang ist dabei so konstruiert dass, sollte ein Feind doch Eindringen, er direkt zum Ausgang wieder hinausgeworfen werden kann, der direkt gegenüber ist.
In den verschiedenen Stockwerken der Festung waren verschiedene Gesellschaftsklassen angesiedelt, was man an der Verzierung der Häuser mit typischen Chachapoyas-Elementen und -Mustern erkennen kann. Im obersten Stockwerk, dem "Castillo" lebte vermutlich der Adel, das "obere Dorf" wurde von Angehörigen des Militärs bewohnt. Im "unteren Dorf" finden sich einfache Wohnhäuser, oftmals unterkellert, die Struktur der Aufteilung des Raumes mit Küche und Mahlstein ist an manchen Stellen noch gut zu erkennen. In der Mitte der Festung findet sich zudem ein viereckiges Haus, das vermutlich auf die Inkas zurückgeht, da die Chachapoya ihre Häuser traditionell rund gebaut haben. Es wird vermutet, dass es zu Versammlungen der höchsten gesellschaftlichen Klasse verwendet wurde.
An der Nord- und Südseite wird die Festung begrenzt von Wachtürmen, von denen aus man noch heute feststellen kann, welche der heute existierenden Dörfer in der Umgebung auf die Chachapoya zurückgehen. Von den Wachtürmen aus hat man einen Blick auf fast alle Dörfer in der Umgebung, auch auf La Jalca, der Ort, an dem sich die Chachapoya vermutlich zu erst niederlassen wollten und in dessen Umgebung sich neben vielen archäologischen Fundstätten auch eine mit Chachapoyas-Symbolen verzierte Kirche aus dem 16. Jahrhundert findet.
"El Tintero", auf Deutsch "Tintenfass", ist eines der grossen Mysterien Kuelaps, da bis heute niemand sicher sagen kann, wofür er gedient hat. Das Gebäude heisst so, weil es wahrhaftig Ähnlichkeit mit einem Tintenfass hat, das sich von oben nach unten verjüngt. Wie die Konstruktion zustande kam ist noch nicht geklärt, aber inzwischen muss sie von vielen Seiten gestützt werde, um nicht einzustürzen. Im Inneren des "Tintero" wurden Knochen von Raubtieren gefunden, es gibt zahlreiche Theorien, wofür er gedient haben könnte.
Manche meinen, er wäre zu Folterzwecken, als Gefängnis oder zur Todesstrafe benutzt worden, andere halten ihn für ein Observatorium, da sich die Lichtstrahlen aus manchen Ritzen zu bestimmten wichtigen Tagen in der Mitte treffen. Da Kuelap leider international nicht so berühmt ist wie Machu Pichu, fliessen die Gelder auch nur spärlich und die Bauarbeiter und Archäologen vom INC ("instituto nacional de cultura", Nationales Kulturinstitut), die mit der Restaurierung der Festung betraut sind, arbeiten wohl mit den gleichen Mitteln wie die Chachapoya, mit Holzgerüsten und Muskelkraft, Elektrizität gibt es im Dorf Kuelap nicht, das Haus der Archäologen hat zwar einen Generator, aber die Wasserversorgung ist auch nicht sehr zuverlässig.
Die Strasse endet ca. 1km vor der Festung in der "Malca", kurz nach dem Dorf Quisango, von dort aus kommt man nur zu Fuss oder auf dem Maulesel nach Kuelap. Um nach Kuelap zu kommen, sollte man in Chachapoyas nach den Bushaltestellen fragen oder mit dem Taxi fahren, die Fahrtzeit beträgt, je nach Jahreszeit und Zustand der Strasse, zwischen 2 und 4 Stunden. Führer finden sich im Eingangsbereich der Festung, das Betreten ohne Führer ist wegen der ausartenden Grabräuberei nicht gestattet.